Zweisprachiger Beitrag von Pierre Hutt im Kunstrechtsspiegel des Instituts für Kunst und Recht (IFKUR e.V., Heidelberg), II/2026
Contribution bilingue de Pierre Hutt à la revue de l’Institut allemand de droit de l’art (IFKUR e.V, Heidleberg), Kunstrechtsspiegel II/26
Ein Jahr Rechtsprechung der französischen Gerichte zur Authentifizierung von Kunstwerken (Juli 2025 – Juli 2026)
Pierre Hutt, Avocat au barreau de Paris, Kanzlei HDA Avocats
Mitglied des Deutschen Instituts für Kunst und Recht (IFKUR e.V., Heidelberg) und des französischen Institut Art & Droit (Paris)
Aus kunsthistorischen Gründen sind zahlreiche Authentifizierungsinstanzen in Frankreich lokalisiert, und spielen eine wesentliche Rolle für den französischen und internationalen Kunstmarkt. Dies gilt insbesondere für Authentifizierungskomitees („comités d’artiste“), die unabhängige Stellungnahmen zur Echtheit der einem bestimmten Künstler zugeschriebenen Werke abgeben.
Diese Komitees, die sich durch eine große Vielfalt an Organisationsformen auszeichnen, können in verschiedenen Rechtsformen gegründet werden, beispielsweise als Verein oder als Stiftungsfonds („fonds de dotation“). Sie können auch keine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen und unter dem Dach einer Schutzorganisation wie einer Stiftung stehen, oder auch nicht. Oft – aber nicht immer – unterhalten sie Beziehungen zu den Rechtsnachfolgern des Künstlers.
Diese Komitees versorgen den Kunstmarkt mit wichtigen Informationen, indem sie echte Kunstwerke von Fälschungen unterscheiden, doch ihre Stellungnahmen werden regelmäßig vor Gericht angefochten.
In den meisten Fällen zielen diese Klagen darauf ab, das Komitee dazu zu bewegen, seine ablehnende Stellungnahme zu revidieren, da diese nicht im wirtschaftlichen Interesse des Inhabers ist. Sie gehen oft mit Schadenersatzforderungen einher, die auf einem angeblichen Verschulden des Komitees beruhen.
Umgekehrt dienen ablehnende Stellungnahmen von Komitees auch als Grundlage für Klagen, die von den Inhabern der Urheberrechte eingereicht werden können, um den Markt von Fälschungen zu säubern.
Sechs besonders interessante Entscheidungen französischer Gerichte aus den Jahren 2025 und 2026 liefern wertvolle Erkenntnisse zu drei wichtigen und umstrittenen rechtlichen Themen im Zusammenhang mit der Authentifizierung von Kunstwerken: die Meinungsfreiheit in der Authentifizierung von Kunstwerken (I), die Vernichtung von Fälschungen (II) und die rechtliche Einstufung der posthumen Bronzeskulpturen (III).
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I. Meinungsfreiheit in der Authentifizierung von Kunstwerken
1. Cour d'appel de Paris, Pôle 1, chambre 3, 23. Januar 2025, 24/06361 (Picasso)
2. Cour d'appel de Paris, Pôle 1, chambre 2, 4. September 2025, 24/18388 (Giacometti)
3. Tribunal judiciaire de Paris, 3ème chambre 1ère section, 7. Mai 2026, 22/07653 (Duchamp)
In zwei vergleichbaren Fällen traf das Berufungsgericht von Paris ähnliche Entscheidungen im Anschluss an Anträge auf ein gerichtliches Gutachten. Eine dritte Entscheidung, nämlich ein Urteil des Pariser Gerichts, das im Rahmen einer zivilrechtlichen Haftungsklage gegen eine Authentifizierungsinstanz ergangen ist, stützt sich auf eine vergleichbare rechtliche Argumentation. Da die drei Entscheidungen demselben Rechtsprechungstrend folgen, werden sie gemeinsam kommentiert.
Die Initiatoren des ersten Verfahrens waren die Eigentümer eines Gemäldes mit dem Titel Paysage catalan (Katalanische Landschaft). Da dieses Gemälde nie von Picasso Authentification, der von den Erben des Künstlers eingerichteten Struktur zur Authentifizierung von Werken, authentifiziert wurde, wurde eine Genehmigung zur Reproduktion und Ausstellung von Picasso Administration, die die Urheberrechte des Künstlers im Namen der Erben verwaltet, verweigert.
Die Eigentümer des Gemäldes hatten vor Gericht die Bestellung eines gerichtlichen Gutachtens beantragt, um den angeblichen Zweifel an der Echtheit des Gemäldes auszuräumen, was sowohl vom Gericht erster Instanz als auch vom Berufungsgericht abgelehnt wurde.
Das Berufungsgericht begründete die Ablehnung des Antrags auf ein gerichtliches Gutachten damit, dass ein Gutachten nur angeordnet werden kann, wenn es einem legitimen Zweck dient, was insbesondere bedeutet, dass es als Grundlage für die Einleitung eines späteren Verfahrens dienen können muss, das nicht offensichtlich zum Scheitern verurteilt ist.
In seiner Entscheidung stellte das Berufungsgericht fest, dass ein gerichtliches Gutachten keine Gewissheit über die Echtheit des Gemäldes schaffen könne, da die Erben des Künstlers auch im Falle einer positiven Stellungnahme des gerichtlichen Sachverständigen an ihrer negativen Meinung zu dem Werk festhalten könnten, und da die Erben des Künstlers kein gesetzliches Monopol auf die Authentifizierung der Werke des Künstlers haben.[1]
Das Berufungsgericht hat recht knapp darauf hingewiesen, dass die Stellungnahme zur Echtheit eines Kunstwerks unter die Meinungsfreiheit fällt. In diesem Zusammenhang stellte das Berufungsgericht fest, dass die Eigentümer des Gemäldes nicht nachgewiesen haben, dass sie die Erben Picassos und die von ihnen gegründeten Einrichtungen haftbar machen könnten, falls der gerichtliche Sachverständige zu einer anderen Einschätzung hinsichtlich der Echtheit des Gemäldes gelangen würde.
Der Verweis auf die Meinungsfreiheit als Begründung für die Ablehnung der Anordnung eines gerichtlichen Gutachtens, gegen das sich das betreffende Komitee ausspricht, kommt in der zweiten Entscheidung noch deutlicher zum Ausdruck.
In diesem zweiten Fall hatte ein Auktionshaus, das als Beauftragter eines Sammlers auftrat, versucht, eine Skulptur vom Comité Giacometti authentifizieren zu lassen. Dieses Komitee, das sich aus drei weltweit anerkannten Spezialisten des Künstlers zusammensetzt und bei der Pariser Stiftung Alberto und Annette Giacometti angesiedelt ist, hatte die Skulptur als fehlerhafte Abgussausgabe eingestuft. Die Stiftung hatte sich daher geweigert, diese Skulptur in das Online-Werkverzeichnis des Künstlers (Alberto Giacometti Database) aufzunehmen.
Das Auktionshaus machte geltend, dass ein gerichtliches Gutachten es ihm ermöglichen könnte, eine zivilrechtliche Haftungsklage gegen die Pariser Giacometti-Stiftung wegen eines Fehlers bei der Abgabe der Stellungnahme des Komitees zu erheben, falls das Gutachten des gerichtlichen Sachverständigen im Widerspruch zu der Stellungnahme des Comité Giacometti stünde.
Wie im vorangegangenen Fall war das Gericht hingegen der Ansicht, dass die Haftungsklage offensichtlich zum Scheitern verurteilt war und dass der Antrag auf ein Gutachten daher keinem legitimen Zweck diente.
Nach der Begründung des Berufungsgerichts stünde es dem Comité Giacometti nämlich frei, seine ablehnende Stellungnahme unabhängig von der Einschätzung des Gerichtssachverständigen zur Echtheit der streitigen Skulptur aufrechtzuerhalten.
Das Berufungsgericht stützte sich auf die bisherige Rechtsprechung zur Aufnahme von Werken in das Werkverzeichnis („catalogue raisonné“), die seit einer wichtigen Entscheidung des Kassationshofs aus dem Jahr 2014[2] weitgehend unter die Meinungsfreiheit fällt, um dieser Meinungsfreiheit eine besonders weitreichende Bedeutung beizumessen.
Das Berufungsgericht ging sogar so weit, in besonders deutlichen und allgemeinen Worten darauf hinzuweisen, dass keine Haftungsklage, die auf der Weigerung beruht, ein Werk in das Werkverzeichnis aufzunehmen, zu einer Verurteilung führen kann, und dass dies auch für die Weigerung gilt, ein Echtheitszertifikat auszustellen.
Diese Entscheidung geht über die bisherige Rechtsprechung zur Meinungsfreiheit bei der Authentifizierung von Werken hinaus, die sich offenbar auf das Werkverzeichnis beschränkte und die Möglichkeit einer Klage im Falle offensichtlicher Missbräuche (wie beispielsweise die Weigerung, ein Werk aufzunehmen, um dessen Besitzer zu schädigen) nicht ausschloss. Zwar deutete kein vom Kläger vorgebrachtes Element hier auf einen Missbrauch seitens des Komitees hin, was die Formulierung der Entscheidung des Berufungsgerichts teilweise erklären könnte.
Die dritte kommentierte Entscheidung bestätigt diesen Trend der Pariser Gerichte, sich nicht in die Authentifizierung von Kunstwerken einzumischen und Entscheidungen zu treffen, die die Unabhängigkeit der Komitees schützen, zumindest wenn es sich um Komitees handelt, die sich darauf beschränken, im Rahmen einer seriösen und von offensichtlichen Missbräuchen freien Authentifizierungstätigkeit Stellungnahmen abzugeben.
Diese Entscheidung, die unseres Wissens die jüngste in dieser Angelegenheit ist, zeugt im Gegenteil von größter Strenge gegenüber der klagenden Partei. Der Kläger, ein Sammler, forderte von der Association Marcel Duchamp nicht weniger als den Gegenwert von 12 Millionen Dollar in Euro als Entschädigung für den Schaden, den er angeblich erlitten hatte, weil das in seinem Besitz befindliche Objekt nach einer über das Auktionshaus Sotheby’s gestellten Anfrage vom Verein nicht authentifiziert worden war.
Das Gericht verfolgte einen ähnlichen Ansatz wie in den beiden anderen kommentierten Entscheidungen und stellte fest, dass kein Verein, dessen Zweck die Erhaltung und Förderung des Werks eines Künstlers ist, gesetzlich verpflichtet ist, die Werke dieses Künstlers zu zertifizieren, und dass die Authentifizierungstätigkeit dieses Vereins unter seine Meinungsfreiheit fällt.
Nach einer eingehenden Prüfung des konkreten Falles schloss das Gericht zwar jeglichen Missbrauch seitens des Vereins aus, war jedoch der Ansicht, dass der Kläger sein Recht auf Klageerhebung zum Nachteil des Vereins missbraucht habe: Es ging nämlich davon aus, dass der Sammler in voller Kenntnis der Sachlage eine Klage angestrengt habe, die offensichtlich zum Scheitern verurteilt war, um die Ausübung der Meinungsfreiheit des Vereins zu behindern.
Dementsprechend verurteilte es den Kläger zu einer zivilrechtlichen Geldstrafe sowie zum Ersatz des Schadens, den der Verein durch diese missbräuchliche Klage erlitten hatte. Eine solche zivilrechtliche Geldstrafe wird von einem französischen Gericht nur sehr selten verhängt und zeugt unserer Meinung nach von dem Willen des Gerichts, Kläger davon abzuhalten, Gerichtsverfahren zum Zweck der Ausübung von Druck auf Komitees anzustrengen.
Es handelt sich jedoch um Urteile von Gerichten erster und zweiter Instanz, bei denen der Sachverhalt eine besondere Rolle spielt und die im Bereich der Rechtsgrundsätze nicht die Tragweite von Entscheidungen des Kassationshofs haben.
II. Vernichtung von Fälschungen auf Antrag der Urheberrechtsinhaber
1. Cour d'appel de Paris, Pôle 5 chambre 2, 11. Juli 2025, 24/00691 (Chagall)
2. Tribunal judiciaire de Paris, 3e chambre 1ère section, 16. Juli 2026, 23/15902 (Chagall)
Einige Erben von Künstlern, die Inhaber der Verwertungsrechte und Urheberpersönlichkeitsrechte sind, verfolgen die Politik, bei Fehlen einer gütlichen Einigung systematisch eine gerichtliche Genehmigung zur Vernichtung der Fälschungen zu beantragen. Ziel dieser Politik ist es, der Urheberrechtsverletzung endgültig ein Ende zu setzen und zu verhindern, dass diese Objekte wieder auf den Kunstmarkt gelangen.
Diese Anträge wurden von den Richtern in der Regel bewilligt, sobald das Vorliegen einer Fälschung im Rahmen des Gerichtsverfahrens bestätigt worden war. Tatsächlich ist die Möglichkeit, urheberrechtsverletzende Objekte zu vernichten, ausdrücklich in Artikel L 331-1-4 des französischen Code de la propriété intellectuelle (Gesetz über geistiges Eigentum) sowie in Artikel L 335-6 desselben Gesetzes vorgesehen. Diese beiden Artikel sehen zivil- bzw. strafrechtliche Sanktionen bei Urheberrechtsverletzungen vor, zu denen insbesondere die Vernichtung des Objekts gehört.
Diese Lösung war jedoch durch eine umstrittene Rechtsprechung in Frage gestellt worden: im Jahr 2019 hatte das Berufungsgericht von Paris in einem Rechtsstreit zwischen den Rechtsnachfolgern von Chagall und dem Eigentümer eines Gemäldes, das nach einem gerichtlichen Gutachten als Fälschung anerkannt worden war, überraschenderweise entschieden, dass das gefälschte Gemälde nach dem bloßen Anbringen des Vermerks „Reproduktion“ zurückgegeben werden könne, ohne dass es vernichtet werden müsse.[3]
Der Kassationshof hatte diese abweichende Lösung in einer viel diskutierten Entscheidung aus dem Jahr 2021 bestätigt.[4] Diese Entscheidung konnte so verstanden werden, dass sie sich darauf beschränkte, den Richtern der ersten und zweiten Instanz die Möglichkeit zu lassen, die für jeden Einzelfall am besten geeignete Sanktion frei zu bestimmen, wurde jedoch vielfach kritisiert.
Insbesondere wurde zu Recht hervorgehoben, dass der Begriff „Reproduktion“ unzureichend oder sogar irreführend sei, da er keine Unterscheidung zwischen einer rechtswidrigen Reproduktion, also einer Fälschung, und einer Reproduktion ermögliche, die möglicherweise von den Rechtsnachfolgern des Künstlers genehmigt worden wäre.
Die genaue Tragweite dieser Rechtsprechung blieb umstritten, zumal die Strafkammer des Kassationshofs einige Wochen zuvor eine Entscheidung getroffen hatte, die sich deutlich von der der Ersten Zivilkammer unterschied, und darin bestätigt hatte, dass die Vernichtung von Fälschungen eine Maßnahme darstelle, die im Verhältnis zum Ziel stehe, die gefälschten Objekte endgültig vom Kunstmarkt zu entfernen.
Das Pariser Gericht hatte darüber hinaus weiterhin Urteile gefällt, in denen die Vernichtung gefälschter Gemälde angeordnet wurde, wie beispielsweise in zwei getrennten Verfahren, die von den Rechtsnachfolgern von Miró angestrengt worden waren.[5]
Im Gegensatz dazu hatte dasselbe Pariser Gericht in einem anderen, dem ersten Chagall-Fall ähnlichen Verfahren im September 2023 ein Urteil gefällt, das sich darauf beschränkte, die Anbringung des Vermerks „Reproduktion“ anzuordnen, bevor das Gemälde an seinen Eigentümer zurückgegeben wurde.[6]
In diesem Urteil wurde zudem festgestellt, dass das Gemälde zwar zweifellos eine rechtswidrige Reproduktion eines Gemäldes von Marc Chagall und ein Kunstbetrug sei, dem Besitzer des Gemäldes jedoch keine Urheberrechtsverletzung oder kein Kunstbetrug[7] vorgeworfen werden könne, da er das Objekt nicht selbst hergestellt oder die gefälschte Signatur des Künstlers nicht selbst angebracht habe.
Wäre dieser Ansatz verallgemeinert worden, hätte er Urheberrechtsinhaber in den zahlreichen Fällen, in denen der Fälscher, der das Objekt hergestellt hat, nicht identifiziert werden kann, daran hindern können, gegen Fälschungen und Kunstbetrug vorzugehen. Die Entscheidung des Berufungsgerichts wurde daher erwartet, um Klarheit in die Angelegenheit zu bringen.
Das Berufungsgericht von Paris verfolgte einen Ansatz, der sich deutlich von dem unterschied, den es 2019 im früheren Chagall-Fall verfolgt hatte.
Tatsächlich ordnete das Berufungsgericht die Vernichtung des gefälschten Gemäldes an, da es der Ansicht war, dass diese Maßnahme im Verhältnis zum Ziel stehe, die Urheberrechtsverletzung zu beenden und die Rückkehr des rechtswidrigen Gegenstands auf den Kunstmarkt zu verhindern. Damit scheint es seine eigene Rechtsprechung aus dem Jahr 2019 aufzugeben und zu dem zuvor vorherrschenden, stärker auf den Schutz des Urheberrechts ausgerichteten Ansatz zurückzukehren.
Darüber hinaus war das Berufungsgericht der Ansicht, dass der Eigentümer, indem er das rechtsverletzende Objekt dem Chagall-Komitee und einem Auktionshaus in der offensichtlichen Absicht vorlegte, ihn zum Verkauf anzubieten, selbst eine Verletzung des Ausstellungsrechts („droit de représentation“) begangen hat, was die Verurteilung wegen Urheberrechtsverletzung rechtfertige.
Dieser neue Ansatz, bei dem neben der bloßen Feststellung des an sich rechtsverletzenden Charakters des Gegenstands auch eine dem Inhaber des Gegenstands zuzurechnende Verletzung des Ausstellungsrechts festgestellt wird, wurde vom Pariser Gericht im Urteil vom 16. Juli 2026 unverändert übernommen.
In diesem letzten Chagall-Fall, dessen Sachverhalt den früheren Chagall-Fällen ähnelte, stützte sich das Gericht ebenfalls auf die Tatsache, dass der Besitzer der gefälschten Gouache diese über ein Auktionshaus dem Chagall-Komitee vorgelegt hatte, um zu dem Schluss zu gelangen, dass er selbst eine Verletzung des Ausstellungsrechts begangen habe. Es ordnete zudem die Vernichtung der Gouache an und stützte sich dabei auf dieselbe Begründung wie in der Entscheidung des Berufungsgerichts vom 11. Juli 2025.
Die Rechtsprechung scheint somit zu einem Ansatz zurückgekehrt zu sein, der der Lösung sehr nahekommt, die vor der problematischen Chagall-Rechtsprechung zur Anbringung des Vermerks „Reproduktion“ vorherrschte, was aus Sicht des Urheberrechtsschutzes beruhigend ist.
Gemäß dem Urteil des Kassationshofs aus dem Jahr 2021 bleibt es den Richtern der ersten und zweiten Instanz jedoch weiterhin vorbehalten, im jeweiligen Einzelfall die am besten geeignete und verhältnismäßige Maßnahme zu beurteilen. Es gibt daher keine Garantie dafür, dass in anderen Fällen derselbe Ansatz gewählt wird.
III. Rechtliche Einstufung der posthumen Bronzeskulpturen
Cour de cassation, 1ère chambre civile, 15. Oktober 2025, 24-16.312 (Rodin)
Die zuletzt kommentierte Entscheidung betrifft die rechtliche Einordnung posthumer Bronzeskulpturen und insbesondere deren Einstufung als Original oder Reproduktion, was mit erheblichen Auswirkungen auf die Nachlässe von Künstlern verbunden ist und für die Authentifizierung dieser Objekte von Bedeutung sein kann.
Es handelte sich hierbei um einen Rechtsstreit zwischen einer Sammlerfamilie und dem Musée Rodin, einem öffentlichen Museum, das zwar selbst keine Authentifizierungen durchführt, jedoch das Urheberpersönlichkeitsrecht des Künstlers wahrnimmt und in diesem Rahmen darauf achtet, das Risiko einer Verwechslung zwischen Originalbronzen und Reproduktionen zu begrenzen.
Die Klage zielte im Wesentlichen darauf ab, das Rodin-Museum dazu zu zwingen, anzuerkennen, dass posthume Exemplare, die nicht anhand von vom Künstler hinterlassenen Gussformen, sondern anhand von Abdrücken von Marmorskulpturen angefertigt wurden, „legitime“ und „originale“ Ausgaben von Rodins Werken seien, und zu erreichen, dass die Weigerung des Museums, diese Exemplare als original anzuerkennen, als Rechtsmissbrauch eingestuft werde.
Das Berufungsgericht hatte diese durch Überformen von Marmorskulpturen hergestellten Exemplare als bloße Reproduktionen angesehen, deren unrechtmäßige Darstellung als „Originale“ das vom Museum ausgeübte Urheberpersönlichkeitsrecht verletzt habe.[8] Das Museum hatte nicht nur keinen Rechtsverstoß begangen, als es sich weigerte, diese Objekte als „Originale“ anzuerkennen, sondern es wurde ihm auch Schadenersatz für den Schaden zugesprochen, der ihm durch die Verletzung des Urheberpersönlichkeitsrechts entstanden war.
Diese Entscheidung wurde vom Kassationshof uneingeschränkt bestätigt.
Der Kassationshof hat bei dieser Gelegenheit auf seine frühere Rechtsprechung zu posthumen Auflagen verwiesen: Bronzeskulpturen, die posthum in einer auf acht nummerierte Exemplare und vier Künstlerexemplare begrenzten Auflage unter Berücksichtigung des Willens des Künstlers und unter der Aufsicht seiner Erben angefertigt wurden, können unter bestimmten Voraussetzungen als Originale eingestuft werden.[9]
Außerdem ist das Recht zur Herstellung solcher Originalauflagen seit einer Entscheidung des Kassationshofs aus dem Jahr 2019[10] nicht mehr mit dem Vervielfältigungsrecht, sondern mit dem Urheberpersönlichkeitsrecht der Erstveröffentlichung verbunden, und Exemplare, die nicht anhand einer vom Künstler hinterlassenen Form, sondern durch Abguss von bereits vorhandenen Exemplaren hergestellt wurden, können nicht als Originale angesehen werden.[11]
In diesem jüngsten Rodin-Fall schloss die Tatsache, dass die Familie, die die Abgüsse in Auftrag gegeben hatte, lediglich Inhaberin des Vervielfältigungsrechts war und dass die Exemplare durch Abguss von Abdrücken auf den Marmorstatuen hergestellt wurden, die nicht unter der Aufsicht des Künstlers angefertigt worden waren, somit die Einstufung als Originale aus. Daraus ergibt sich zwangsläufig das Fehlen jeglichen Verschuldens seitens des Musée Rodin, da die Einstufung als bloße Reproduktionen durch das Gerichtsverfahren bestätigt wurde.
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Diesen verschiedenen Entscheidungen ist gemeinsam, dass sie die Rechte der Künstler und die Rechte der Authentifizierungskomitees schützen. Dagegen haben wir im betrachteten Zeitraum keine Entscheidung von gleicher Bedeutung in gegenteiliger Richtung festgestellt. Diese sechs Entscheidungen bestätigen, dass das französische Recht derzeit ein im Allgemeinen günstiges rechtliches Umfeld für Authentifizierungsinstanzen und Künstlernachlässe bietet.
Der Fall der Chagall-Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Vernichtung gefälschter Objekte zeigt jedoch, dass die Herangehensweise der Gerichte im Laufe der Zeit erheblich schwanken kann und dass keine Lösung jemals als endgültig gesichert gelten kann.
Un an de jurisprudence des juridictions françaises sur l’authentification des œuvres d’art (juillet 2025 – juillet 2026)
Pierre Hutt, Avocat au barreau de Paris, Cabinet HDA Avocats
Membre de l’institut allemand de droit de l’art (IFKUR e.V., Heidelberg) et de l’institut français Art & Droit (Paris)
Pour des raisons historiques, de nombreuses instances d’authentification sont localisées en France et jouent un rôle essentiel pour le marché de l’art français et international. C’est le cas en particulier des comités d’artistes, qui donnent des avis indépendants sur l’authenticité des œuvres attribuées à un artiste.
Ces comités caractérisés par la grande diversité de leurs formes d’organisation peuvent être constitués sous des formes juridiques variées, telles qu’une association ou un fonds de dotation par exemple. Ils peuvent aussi ne pas avoir de personnalité morale propre et être ou non abrités par une structure qui les protège, telle qu’une Fondation. Ils en ont souvent – mais pas toujours – des relations avec les ayants droit de l’artiste.
Ces comités fournissent au marché de l’art des informations utiles en distinguant les œuvres d’art authentiques des contrefaçons, mais leurs avis sont régulièrement contestés en justice.
Dans de nombreux cas, ces actions visent à contraindre le comité concerné à réviser son avis négatif qui est en contradiction avec les intérêts économiques du propriétaire de l’objet. Elles sont fréquemment associées à des demandes de dommages-intérêts fondées sur une faute alléguée du comité.
A l’inverse, les avis négatifs de comités peuvent aussi servir de fondement à des demandes initiées par les titulaires des droits d’auteur de l’artiste visant à apurer le marché des contrefaçons.
Six décisions particulièrement intéressantes rendues par les juridictions françaises en 2025-2026 livrent des enseignements précieux sur trois sujets débattus relatifs à l’authentification d’œuvres d’art : la liberté d’expression dans l’authentification (I), la destruction de contrefaçons (II) et la qualification juridique des bronzes posthumes (III).
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I. La liberté d’expression dans l‘authentification d’œuvres d’art
1. Cour d'appel de Paris, Pôle 1, chambre 3, 23 janvier 2025, 24/06361 (Picasso)
2. Cour d'appel de Paris, Pôle 1, chambre 2, 4 septembre 2025, 24/18388 (Giacometti)
3. Tribunal judiciaire de Paris, 3ème chambre 1ère section, 7 mai 2026, 22/07653 (Duchamp)
Dans deux affaires comparables, la cour d’appel de Paris a rendu des décisions similaires à la suite de demandes d’expertise judiciaire. Une troisième affaire a donné lieu à un jugement du tribunal judiciaire de Paris dans le cadre d’une action en responsabilité civile contre une instance d’authentification, qui s’appuie sur une argumentation juridique proche. Dans la mesure où les trois décisions relèvent du même courant jurisprudentiel, elles sont ici commentées ensemble.
Les initiateurs de la première affaire étaient les détenteurs d’un tableau titré Paysage catalan. Ce tableau n’ayant jamais été authentifié par Picasso Authentification, la structure d’authentification d’œuvres instituée par les héritiers de l’artiste, sa reproduction et son exposition n’ont pas été autorisées par Picasso Administration, la structure qui gère les droits d’auteur au nom des héritiers.
Les détenteurs du tableau avaient sollicité en justice une expertise judiciaire, pour lever le doute supposé sur l’authenticité de ce tableau, ce qui a été refusé tant par le tribunal que par la cour d’appel.
La cour d’appel a justifié le rejet de la demande d’expertise judiciaire au motif qu’une expertise ne peut être ordonnée que lorsqu’elle répond à un motif légitime, ce qui suppose en particulier qu’elle puisse permettre d’introduire ultérieurement une procédure au fond n’étant pas manifestement vouée à l’échec.
Dans son arrêt, la cour d’appel a constaté qu’une expertise judiciaire ne permettrait d’établir aucune certitude quant à l’authenticité de la peinture litigieuse puisque les héritiers de l’artiste pourraient maintenir leur avis défavorable même dans l’hypothèse d’un avis favorable de l’expert judiciaire, et que les héritiers de l’artiste n’avaient aucun monopole légal pour l’authentification des œuvres de l’artiste[12].
La cour d’appel a indiqué de façon concise que l’avis sur l’authenticité d’une œuvre d’art relevait de la liberté d’expression. Elle a à cet égard considéré que les détenteurs du tableau n’avaient pas démontré être en mesure d’engager la responsabilité des héritiers de Picasso, et celle des entités constituées par eux, dans l’hypothèse où l’expert judiciaire serait parvenu à une conclusion différente sur l’authenticité du tableau.
La référence à la liberté d’expression pour fonder le refus d’ordonner une mesure d’expertise à laquelle un comité s’oppose est encore plus claire dans la deuxième décision.
Dans la deuxième décision, une maison de ventes aux enchères agissant comme mandataire d’un collectionneur avait tenté de faire authentifier une sculpture par le Comité Giacometti. Ce comité, composé de trois spécialistes internationalement reconnus de l’artiste et abrité par la Fondation Alberto et Annette Giacometti, avait considéré cette sculpture comme un tirage défectueux. La Fondation avait en conséquence refusé d’inclure la sculpture dans le catalogue raisonné en ligne des œuvres de l’artiste (Alberto Giacometti Database).
La maison de ventes faisait valoir qu’une expertise judiciaire pourrait lui permettre d’introduire une action en responsabilité civile à l’encontre de la Fondation Giacometti de Paris reposant sur une faute dans l’émission de l’avis du comité, dans l’hypothèse où l’avis de l’expert judiciaire serait contraire à celui du Comité Giacometti.
Comme dans l’affaire précédemment commentée, la cour d’appel a au contraire considéré que l’action en responsabilité envisagée était manifestement vouée à l’échec et que la demande d’expertise ne répondait à aucun motif légitime.
Selon la motivation de la cour d’appel, le Comité Giacometti serait resté libre de maintenir son avis négatif indépendamment de l’avis de l’expert judiciaire sur l’authenticité de la sculpture litigieuse.
La cour d’appel s’est appuyée sur la jurisprudence antérieure relative à l’inclusion d’œuvres au catalogue raisonné, qui relève largement de la liberté d’expression depuis un arrêt important rendu par la Cour de cassation en 2014[13], pour conférer à cette liberté d’expression une signification particulièrement large.
Elle est allée jusqu’à énoncer en des termes particulièrement clairs et généraux qu’aucune action en responsabilité fondée sur un refus d’inclure une œuvre dans un catalogue raisonné ne peut prospérer, et qu’il en va de même pour le refus d’émettre un certificat d’authenticité.
Cette décision va bien au-delà de la jurisprudence antérieure sur la liberté d’expression dans l’authentification des œuvres, qui était visiblement cantonnée au catalogue raisonné et n’excluait pas la possibilité d’une action en cas d’abus manifeste (comme un refus d’inclure une œuvre dans l’intention de nuire à son propriétaire). Il est vrai qu’aucun élément soumis par le demandeur ne suggérait ici la possibilité d’un abus de la part du comité, ce qui pourrait expliquer en partie la formulation de l’arrêt.
La troisième décision commentée confirme cette tendance des juridictions parisiennes à refuser de s’immiscer dans l’authentification des œuvres d’art et à rendre des décisions protectrices de l’indépendance des comités, du moins dans la mesure où il s’agit de comités se bornant à émettre des avis dans le cadre d’une activité d’authentification sérieuse et exempte d’abus manifestes.
Cette décision, qui est à notre connaissance la plus récente en la matière, témoigne au contraire d’une grande sévérité à l’égard de la partie demanderesse. Le demandeur, un collectionneur, avait sollicité la condamnation de l’Association Marcel Duchamp à des dommages-intérêts qui se montaient à la contrepartie en euros de la somme de 12 millions de dollars à titre d’indemnisation du préjudice qu’il prétendait avoir subi, son objet soumis à l’association par l’intermédiaire de la maison de ventes Sotheby’s n’ayant pas été authentifié.
Le tribunal a adopté une approche similaire à celle retenue dans les deux autres décisions commentées. Il a constaté qu’aucune association ayant pour objet la préservation et la défense des œuvres d’un artiste n’est légalement tenue de certifier les œuvres de cet artiste, et que l’activité d’authentification de cette association relevait de sa liberté d’expression.
Après une étude approfondie des éléments de fait, le tribunal a exclu tout abus de la part du comité, mais a en revanche considéré que le demandeur avait abusé de son droit d’agir en justice au détriment de l’association : il a estimé que le collectionneur avait en connaissance de cause introduit une action en justice manifestement vouée à l’échec pour porter atteinte à la liberté d’expression de l’association.
Par conséquent, il a condamné le demandeur à une amende civile ainsi qu’à la réparation du préjudice subi par l’association du fait de l’action abusive. Il est exceptionnel qu’un tribunal français prononce une telle amende civile, ce qui témoigne à notre avis d’une volonté du tribunal de dissuader les demandeurs d’initier des procédures qui viseraient à exercer une pression à l’encontre d’un comité.
Il s’agit toutefois de décisions de juridictions du fond, devant lesquelles les faits jouent un rôle particulièrement important et qui n’ont pas la portée des décisions de la Cour de cassation sur le terrain des principes.
II. Destruction de contrefaçons à la demande des titulaires des droits d’auteur
1. Cour d'appel de Paris, Pôle 5 chambre 2, 11 juillet 2025, 24/00691 (Chagall)
2. Tribunal judiciaire de Paris, 3e chambre 1ère section, 16 juillet 2026, 23/15902 (Chagall)
Certains héritiers d’artiste, détenteurs des droits patrimoniaux et moraux d’auteur, ont pour politique, en l’absence d’accord amiable, de demander systématiquement en justice l’autorisation de détruire les contrefaçons. L’objectif de cette politique est de mettre un terme définitif aux atteintes aux droits d’auteur et d’empêcher que ces objets ne reviennent sur le marché de l’art.
Ces demandes étaient généralement acceptées par les juges, une fois l’existence d’une contrefaçon établie dans le cadre de la procédure judiciaire. La possibilité de détruire des objets portant atteinte aux droits d’auteur est en effet prévue par les articles L 331-1-4 et L 335-6 du Code de la propriété intellectuelle. Ces deux articles prévoient, respectivement en matière civile et en matière pénale, des sanctions comprenant en particulier la destruction de l’objet.
Cette solution avait toutefois été remise en cause par une jurisprudence contestée : en 2019, la cour d’appel de Paris avait considéré de façon surprenante, à l’occasion d’un contentieux entre les ayants droit de Chagall et le détenteur d’un tableau reconnu comme contrefaisant au terme de l’expertise judiciaire, que le tableau contrefaisant pouvait être restitué après l’apposition d’une simple mention « reproduction » sans devoir être détruit[14].
En 2021, la Cour de cassation avait confirmé cette solution divergente dans un arrêt très commenté[15]. Cette décision de la Cour de cassation pouvait être comprise comme laissant simplement aux juges du fond la faculté de déterminer librement la sanction la plus adaptée et proportionnée dans chaque cas d’espèce, mais a été très critiquée.
En particulier, il avait été souligné à juste titre que le terme « reproduction » était insuffisant voire trompeur, car il n’établissait pas de distinction claire entre une reproduction illicite, c’est-à-dire une contrefaçon, et une reproduction licite autorisée par les ayants droit de l’artiste.
La portée précise de cette jurisprudence restait discutée, d’autant que la chambre criminelle de la Cour de cassation avait quelques semaines auparavant rendu une décision très différente de celle de la première chambre civile, dans laquelle elle confirmait le caractère proportionné de la mesure de destruction pour répondre à l’objectif de retirer définitivement les objets contrefaisants des circuits commerciaux.
Le tribunal judiciaire de Paris avait en outre continué à rendre des jugements ordonnant la destruction de peintures contrefaisantes, comme dans deux procédures distinctes introduites par les ayants droit de Miró[16].
A l’inverse, le même tribunal avait, dans une autre affaire Chagall similaire à la première, rendu en septembre 2023 un jugement se contentant d’ordonner l’apposition de la mention « reproduction » avant restitution à son détenteur[17].
Il était par ailleurs considéré dans ce jugement que, si la peinture était sans le moindre doute une reproduction illicite d’une peinture de Marc Chagall et une fraude en matière artistique, aucune atteinte au droit d’auteur ou fraude en matière artistique[18] ne pouvait être reprochée au détenteur de l’objet, ce dernier n’ayant pas fabriqué lui-même l’objet ni apposé lui-même la fausse signature de l’artiste.
Si cette approche avait été généralisée, elle aurait pu empêcher de nombreuses actions introduites par les titulaires de droits d’auteur dans lesquels le faussaire ayant réalisé l’objet ne peut pas être identifié. La décision de la cour d’appel était donc attendue pour apporter davantage de clarté en la matière.
L’approche retenue par la cour d’appel de Paris s’est nettement différenciée de celle adoptée en 2019 dans la précédente affaire Chagall.
La cour d’appel a en effet ordonné la destruction de la peinture contrefaisante, considérant que cette mesure était proportionnée à l’objectif de mettre fin à l’atteinte aux droits d’auteur et d’éviter le retour de l’objet illicite sur le marché de l’art. Elle semblait ainsi renoncer à sa propre jurisprudence de 2019 et en revenir à l’approche précédente, plus centrée sur la protection du droit d’auteur.
La cour d’appel a en outre considéré que le détenteur de l’objet contrefaisant, en le présentant au Comité Chagall et à une maison de ventes aux enchères avec l’intention manifeste de le mettre en vente, avait lui-même commis une atteinte au droit de représentation, justifiant une condamnation pour contrefaçon.
Cette nouvelle approche, reposant sur le constat d’une atteinte au droit de représentation outre celui du caractère intrinsèquement contrefaisant de l’objet, a été reprise telle quelle par le tribunal judiciaire de Paris dans son jugement du 16 juillet 2026.
Dans cette dernière affaire Chagall, dont les faits sont similaires à ceux des précédentes affaires Chagall, le tribunal s’est de même appuyé sur la présentation de la gouache contrefaisante au Comité Chagall via une maison de ventes aux enchères pour en conclure que le détenteur de l’objet a lui-même commis une atteinte au droit de représentation. Il a en outre ordonné la destruction de la gouache en s’appuyant sur la même motivation que dans l’arrêt de la cour d’appel du 11 juillet 2025.
La jurisprudence semble ainsi en être revenu à une approche proche de celle qui prévalait avant la jurisprudence Chagall problématique sur l’apposition d’une mention « reproduction », ce qui est rassurant du point de vue de la protection du droit d’auteur.
Conformément à l’arrêt de la première chambre civile de la Cour de cassation de 2021, les juges du fond restent néanmoins souverains pour déterminer la mesure la plus adaptée et proportionnée dans chaque cas d’espèce. Il n’est donc pas certain que cette approche soit systématiquement maintenue à l’avenir.
III. Qualification juridique des bronzes posthumes
Cour de cassation, 1ère chambre civile, 15 octobre 2025, 24-16.312 (Rodin)
La dernière décision commentée concerne la catégorisation juridique des sculptures posthumes en bronze et en particulier leur qualification d’original ou de reproduction, qui est associée à des enjeux significatifs pour les successions d’artistes et peut être importante pour l’authentification de ces objets.
Il s’agissait en l’espèce d’un contentieux entre une famille de collectionneurs et le Musée Rodin, un musée public qui ne conduit pas lui-même d’authentifications mais exerce le droit moral de l’artiste et veille dans ce cadre à minimiser les risques de confusion entre les bronzes originaux et les reproductions.
L’action visait en substance à contraindre le Musée Rodin de reconnaître que des exemplaires posthumes n’ayant pas été réalisés à partir de modèles ou moules laissés par l’artiste mais par surmoulage à partir des marbres seraient des tirages « légitimes » et « originaux » des œuvres de Rodin, et à faire juger que le refus du musée de les reconnaître comme originaux serait constitutif d’un abus.
La cour d’appel avait considéré ces exemplaires réalisés par surmoulage à partir de marbres comme de simples reproductions, dont la présentation injustifiée comme « originaux » avait porté atteinte au droit moral exercé par le musée[19]. Non seulement le musée n’avait commis aucun abus en refusant de reconnaître ces objets comme des « originaux », mais il s’est vu allouer des dommages-intérêts en réparation du préjudice causé par l’atteinte au droit moral.
Cette décision a été confirmée sans restriction par la Cour de cassation.
A cette occasion, la Cour de cassation a renvoyé à sa jurisprudence antérieure en matière de tirages posthumes : les exemplaires en bronze de sculpture réalisés en tirage limité à huit exemplaires numérotés et quatre exemplaires d’artiste maximum dans le respect de la volonté de l’artiste et sous le contrôle de ses ayants droit peuvent sous certaines conditions être considérés comme des originaux[20].
En outre, depuis une décision de la Cour de cassation rendue en 2019[21], le droit de procéder à de tels tirages ne relève plus du droit de reproduction mais du droit de divulgation, et les exemplaires réalisés par surmoulage d’exemplaires existants ne peuvent être qualifiés d’originaux[22].
Dans cette dernière affaire Rodin, le fait que la famille ayant fait procéder aux tirages était uniquement titulaire du droit de reproduction et que les exemplaires aient été réalisés par prise d’empreintes sur des marbres sans contrôle de l’artiste excluait donc la qualification d’originaux. Par conséquent, le Musée Rodin ne pouvait avoir commis de faute puisque la qualification de simples reproductions a été confirmée par la procédure judiciaire.
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Ces différentes décisions ont en commun d’être protectrices des droits des artistes et de ceux des instances d’authentification. Nous n’avons - sur la période considérée - à l’inverse pas connaissance d’une décision d’intérêt équivalent en sens contraire. Ces six décisions confirment que le droit français offre actuellement, d’une façon générale, un environnement juridique favorable aux instances d’authentification et aux successions d’artistes.
Le cas de la jurisprudence Chagall en matière de destruction d’objets contrefaisants montre toutefois que l’approche des juridictions peut fluctuer significativement à travers le temps et qu’aucune solution ne peut jamais être considérée comme acquise.
[1] Das Fehlen eines gesetzlichen Monopols der Erben des Künstlers ist ein Argument, das bereits in den Urteilen des Gerichts und des Berufungsgerichts von Paris in einem früheren Rechtsstreit zwischen einem amerikanischen Sammler und Picasso Authentification aufgeführt wurde:
- Tribunal judiciaire de Paris, 5ème chambre 1ère section, 5. Januar 2021, 17/09832
- Cour d’appel de Paris, Pôle 5 chambre 1, 23. November 2022, 21/01194.
[2] Cour de cassation, 1ère chambre civile, 22. Januar 2014, 12-35.264 (Metzinger).
[3] Cour d'appel de Paris, Pôle 5 - chambre 2, 15. Februar 2019, 17/15550 (Chagall)
[4] Cour de cassation, 1ère chambre civile 1, 24 novembre 2021, 19-19.942 (Chagall)
[5] Tribunal judiciaire de Paris, 3ème chambre 2ème section, 4. Februar 2022, 18/06368 (Miró)
Tribunal judiciaire de Paris, 3ème chambre 1ère section, 30. März 2023, 18/12407 (Miró)
[6] Tribunal judiciaire de Paris, 3ème chambre 2ème section, 15. September 2023, 20/10453 (Chagall)
[7] auf der Grundlage des Gesetzes vom 9. Februar 1895 über Betrug im Kunstbereich (Loi du 9 février 1895 sur les fraudes en matière artistique)
[8] Cour d'appel de Paris, Pôle 5 chambre 2, 17. Mai 2024, n° 22/12118 (Rodin)
[9] Cour de cassation, 1ère chambre civile, 18. März 1986, 84-13.749 (Rodin)
[10] Cour de cassation, 1ère chambre civile, 22. Mai 2019, 17-28.314 (Ping Ming Hsiung)
[11] Cour de cassation, 1ère chambre civile, 4. Mai 2012, 11-10.763 (Camille Claudel)
[12] L’argument de l‘absence de monopole légal des héritiers de l’artiste était déjà développé dans un jugement et un arrêt rendus dans le cadre d’un précédent contentieux entre un collectionneur américain et Picasso Authentification :
- Tribunal judiciaire de Paris, 5ème chambre 1ère section, 5 janvier 2021, 17/09832
- Cour d’appel de Paris, Pôle 5 chambre 1, 23 novembre 2022, 21/01194.
[13] Cour de cassation, 1ère chambre civile, 22 janvier 2014, 12-35.264 (Metzinger).
[14] Cour d'appel de Paris, Pôle 5 - chambre 2, 15 février 2019, 17/15550 (Chagall)
[15] Cour de cassation, 1ère chambre civile 1, 24 novembre 2021, 19-19.942 (Chagall)
[16] Tribunal judiciaire de Paris, 3ème chambre 2ème section, 4 février 2022, 18/06368 (Miró)
Tribunal judiciaire de Paris, 3ème chambre 1ère section, 30 mars 2023, 18/12407 (Miró)
[17] Tribunal judiciaire de Paris, 3ème chambre 2ème section, 15 septembre 2023, 20/10453 (Chagall)
[18] au sens de la loi du 9 février 1895 sur les fraudes en matière artistique.
[19] Cour d'appel de Paris, Pôle 5 chambre 2, 17 mai 2024, n° 22/12118 (Rodin)
[20] Cour de cassation, 1ère chambre civile, 18 mars 1986, 84-13.749 (Rodin)
[21] Cour de cassation, 1ère chambre civile, 22 mai 2019, 17-28.314 (Ping Ming Hsiung)
[22] Cour de cassation, 1ère chambre civile, 4 mai 2012, 11-10.763 (Camille Claudel).